U18 Team liefert, kann aber leider nicht finishen

Nach der aufreibenden 15er Liga mit der SG Mitteldeutschland sollte für das U18 Team des ESSV die 7er Rugby Saison einen sportlich erfolgreichen Abschluss des Sportjahres bilden. Den Auftakt bildete am 30.5.26 das Heimturnier der Männermannschaft der Erfurt Oaks in der Mitteldeutschen 7er Liga. Was zunächst als Vorbereitungsturnier gedacht war, entpuppte sich letztlich als triumphaler Auftritt des Erfurter Rugby Nachwuchses. Am Sportforum Johannesplatz trafen die ESSVler unterstützt von zwei Leipzigern sowie dem ehemaligen Spieler und Jugendtrainer Nam Vu zunächst auf den Trainingspartner vom USV Erfurt/USV Jena, bei denen mit Leon und Samvel auch zwei Ehemalige zu den Leistungsträgern gehörten. In einem umkämpften, aber noch etwas unsortiertem Spiel fanden beide Teams nur langsam ins Turnier. Mit einem Versuch in der letzten Minute hatten die Schüler am Ende knapp die Nase vor. Dass David im Bruderduell sogar einen Versuch erzielen konnte erfreute ihn um so mehr.
Die beiden folgenden Spiele gegen Dresden und Chemnitz liefen dann deutlich besser und die Männerteams aus Sachsen hatten dem schnellen Passspiel der Erfurter wenig entgegenzusetzen. Die Geschwindigkeit an den Rucks bei der Ballereroberung und beim Aufbau der Angriffslinie war letztlich ausschlaggebend für zwei ungefährdete Siege und den Turniersieg der Edith-Stein-Schüler.
Zwei Wochen später warteten auf die „Schulmannschaft+2“ dann aber ganz andere Aufgaben. Zu den 7er Landesverbandsmeisterschaften hatten sich neben der aus Spielermangel notwendigen Spielgemeinschaft aus Sachsen und Thüringen nur die fünf großen Landesverbände von Rugby Deutschland mit ihren Auswahlteams angemeldet.
Bei dem Turnier beim RK 03 Berlin, wo neben der U18 auch die U16 Jungs sowie die U15 und U18 Mädchen den LV Sieger ausspielten, traf unser Team zum Auftakt auf den Turnierfavoriten und späteren Sieger vom RV Baden-Württemberg. Die den Nationalspielern vom deutschen Olympiastützpunkt gespickte und von den beiden Nationaltrainer betreute Mannschaft spielte vor allem athletisch in einer anderen Liga. Dennoch zeigten die Erfurter und Leipziger zumindest defensiv starke Aktionen und sorgten auch mit einigen guten Läufen im Angriff für Aufsehen. Diesem positiven Eindruck tat auch die erwartet deutliche Niederlage keinen Abbruch.
Im zweiten Spiel des Tages ging es dann gegen die Auswahl Berlins. Zwei klare Saisonniederlagen mit der SG Mitteldeutschland in der 15er Liga ließen auch hier nichts Gutes vermuten für die Begegnung. Dennoch stellte sich schnell heraus, dass das eingespielte 7er Team aus Thüringen und Sachsen hier ein Wörtchen mitreden wollte. Und das gelang tatsächlich. Die SG ließ sich nicht auf das kontaktlastige Spiel der Berliner ein und konnte ihrerseits mit schnellem Passspiel die Räume nutzen und die Defensive der Hauptstädter überwinden. Mit 15:12 wurde das Spiel letztlich knapp, aber zur großen Freude der Trainer und Betreuenden gewonnen.
Beim dritten Spiel des Tages machte sich dann langsam die fehlende Tiefe des Kaders bemerkbar. Während die anderen Teams jedes Mal auf fünf Wechsler zurückgreifen konnten, stand unserem Team im dritten Spiel nur noch einer von ursprünglich zweien zur Verfügung. Die deutliche 0:38 Niederlage gegen die physisch überlegene Auswahl aus Nordrhein-Westfalen war dann die logische Konsequenz eines kräftezehrenden Tages.
Am zweiten Turniertag standen in der jeder-gegen-jeden Turnierserie noch die Auswahlteams aus Hessen und Niedersachsen auf dem Spielplan. Dank eine guter Regeneration und mit der Hilfe von Nam Vu, der sich auch am zweiten Turniertag als Physio um die Tapeverbände der Spieler kümmerte, war das Team wieder präpariert für die Anforderungen des Tages. Kampflos wollten sich die Spieler nicht vom Turnier verabschieden. Gesagt, getan. Zunächst boten sie mit allen Mitteln den Hessen Paroli. In der Defensive wurde die Anzahl der gegnerischen Versuche minimiert und offensiv gelang diesmal sogar ein vielumjubelter eigener Versuch.
Mit letzten Kräften ging es dann gegen Niedersachen, nunmehr ohne Wechsler. Doch die Jungs ließen sich nicht unterkriegen. Zwar musste nach einem tollen eigenen Versuch auch der ein oder andere Gegenversuch kassiert werden, doch gerade in der zweiten Halbzeit bäumten sich Thüringer und Sachsen noch einmal auf. Mit zwei weiteren erhöhten Versuchen wurde es sogar noch einmal knapp, doch die Niedersachsen hatten am Ende das letzte Wort. Dass die 19:29 Niederlage der SG eher als Erfolg verbucht werden konnte, ließ sich nach dem Spiel an den betretenen Gesichtern der Niedersachsen ablesen, während unser Schulteam mit den beiden Leipzigern am Strahlen war.
Da nach der Begegnung jedoch zwei weitere Spieler unfähig waren, weiterzuspielen und auch die anderen ihre Körner nahezu vollständig aufgebraucht hatten, verzichteten die Trainer auf das abschließende Platzierungsspiel um den 5. Platz, wo erneut Berlin der Gegner gewesen wäre. Die Leistung, die die Jungs in Berlin über zwei Tage abgeliefert haben, hat dennoch für Aufmerksamkeit unter den Zuschauern und Respekt bei den anderen Teams und Trainern gesorgt.
Einziger Wermutstropfen des Wochenendes bleibt die Tatsache, dass aufgrund der Ausfälle die Teilnahme an der zwei Wochen später stattfindenden Deutschen 7er U18 Meisterschaft der Vereine in Heidelberg abgesagt werden musste, die eigentlich als Saisonhöhepunkt eingeplant war und wo man sich durchaus Chancen auf vordere Platzierungen ausgerechnet hatte.
Für SG LV Sachsen/Thüringen spielten:
Tim Scholz (C), Leo Nenninger, Lino Wallendorf, Wendelin Schindler, Titus Schindler, Anton Flosdorff, David Grigoryan (alles ESSV Erfurt), Ole Donath, Samuel Zeh (RC Leipzig)
Trainer: Lars Wochatz (RC Leipzig), Joachim Schindler (ESSV Erfurt)
Physio: Nam Vu (East German Lions)
Teamverpflegung: Florian Sitter, A.+M. Donath, T. Schindler
Ergebnisse Gruppenphase:





































Edith-Stein-Schule Erfurt
