Pilgerweg des Vertrauens – „Aufschließen und Ankommen“

Staatlich anerkanntes katholisches Gymnasium mit
staatlich anerkannter katholischer Regelschule

Pilgerweg des Vertrauens – „Aufschließen und Ankommen“

Pilgerweg des Vertrauens – „Aufschließen und Ankommen“

Freitag 26.03.21

Heute möchten wir die Pilgerwoche schließen. Genau auf dieses letzte Wort geht auch der Name unseres Symbols, des Schlüssels zurück. „Schlüssel“ kommt vom mittelhochdeutschen Wort slüzzel (althochdeutsch sluzzil) und ist eine Instrumentalbildung zu „schließen“. Wir können den Schlüssel also benutzen, um etwas abzuschließen, d.h. zu beenden. Ebenso verbirgt sich dahinter aber auch die Möglichkeit, etwas Neues aufzuschließen. Und dann öffnen sich für uns völlig neue Möglichkeiten und wir können weitersehen, als es zuvor der Fall war. Und so laufen wir momentan direkt auf das Ereignis zu, hinter dem für uns die Erlösung, der Sieg über den Tod, wartet. Bis Ostersonntag ist es uns noch verschlossen, aber wir können voller Hoffnung schon einmal durchs Schlüsselloch schauen. Ein dunkle Tür müssen wir noch durchschreiten, bis uns drei Tage später die Hoffnung aufstrahlt. Das Schlüsselereignis unseres Lebens, denn er ist für uns am Kreuz gestorben, um uns dann durch seine Auferstehung das ewige Leben zu geben. So sind wir bei ihm unter seinem Schutz angekommen.

Impulse:
Du hast dir am Beginn der Woche einen Schlüssel bereitgelegt. Überlege, welche anderen Schlüssel  es in deinem Leben gibt. Wer oder was schließt dich auf? Beim wem oder was bist du verschlossen? Für wen bist du eine Schlüsselfigur?

Gebet:
Gott, bei dir können wir mit unseren Freuden, Nöten und Sorgen ankommen. Du bist der Gott der Hoffnung. Schenk uns ein offenes Herz, das nicht verschlossen, sondern für dich und unsere Mitmenschen aufgeschlossen ist. Amen.

(Foto: Lindner/Privat)

Auch auf der letzten Etappe begleitet uns ein Segen:

 

 


 


(Foto: Tietze/Privat)

25. März 2021 – „Gemeinschaft“

Ein Schlüsselerlebnis:
Der Aufstieg war schwer, aber der Pass fast überwunden. Auch hier gab es noch Häuser, vor allem Wochenendhäuser, die sich am Weg entlang reihten.

Als ich an den Häusern entlangging, bemerkte ich in einiger Entfernung einen Mann, der vor seinem Haus Unkraut jätete. Als ich näherkam, blickte der Mann auf und sprach mich an: „Na, auf dem Pilgerweg?“ Ich sah zwar aus wie ein Wanderer, aber der Weg war den Einheimischen als Pilgerweg bekannt. Es ergab sich schnell ein Gespräch und nach wenigen Worten lud mich der Mann zum Kaffee ein. Sollte ich annehmen? Ich kannte den Mann überhaupt nicht.

Manchmal braucht es etwas Mut, den angebotenen Schlüssel zu nehmen und die Tür aufzuschließen. Und dann staunt man nur, was hinter der Tür ist. Und so auch hier: Ich traute mich anzunehmen und es war erstaunlich, wie viel Persönliches ich diesem Fremden im Gespräch anvertrauen konnte und wie viele Gedanken dieser Fremde mir anvertraute. Der Schlüssel zur Tür der Gemeinschaft, zur Tür des Vertrauens, zur Tür der gegenseitigen Hilfe liegt oft einfach vor uns.

Impuls:
Meine Hand. Nach welchem Schlüssel wird sie heute greifen
Welche Türen werde ich damit heute aufschließen können?
Wem wird sie einen Schlüssel anbieten?

Gebet:
Dreifaltiger Gott.
Du bist ein Gott der Gemeinschaft und hast immer die Nähe zu uns Menschen gesucht. Du bietest uns deine Gemeinschaft und deine Hilfe immer wieder an.
Gib mir den Mut, heute Türen der Gemeinschaftaufzuschließen, auch wenn ich nicht weiß, was dahinter liegt.

(Foto: Tietze/Privat)

Ein weiterer Segen begleitet uns heute:

 

 

 



(Foto: Reichel/Privat)

Mittwoch, der 24. März 2021 – „Krisenmomente“

Es gibt Zeiten, in denen scheinbar nichts mehr geht. Kein Schlüssel öffnet die Tür heraus aus der gefühlten Ohnmacht und Einsamkeit. Trotz aller Bemühungen, die Tür bleibt zu. So wie es Ewald Arenz in seinem Roman „Alte Sorten“ beschreibt: „Manchmal höre ich ein Lied, und dann ist es, wie wenn irgendwo auf der ganz anderen Seite des Hauses eine Tür einen winzigen Spalt aufgeht, und ich höre das von meinem Zimmer aus und renne los, weil ich weiß, hinter der Tür ist es, da ist das richtige Zuhause. Aber ich bin noch nicht mal die Treppe runter, dann ist sie schon wieder zu.“

Dann fällt das Hoffen manchmal schwer, auf ein neues Leben, auf einen neuen Anfang.

Impuls:
Wenn du heute ein bisschen Zeit hast, schau dich einmal um, vielleicht gibt es Vorgärten oder ein Stück Wiese in deiner Nähe, auf dem Schneeglöckchen, Märzenbecher oder Krokusse zu sehen sind, als kleine Mutmacher in dieser Zeit.

Gebet:
Gott des Lebens, manche Zeiten im Leben sind schwer, wenn scheinbar alle Türen verschlossen sind, kein Ausweg sich auftut und kein vorhandener Schlüssel passt. Hilf uns, aufeinander achtzugeben, füreinander da zu sein. Hilf uns, die Hoffnung nicht aufzugeben. Manchmal sind alle Worte zu viel. Dann hilf uns, still für jemanden da zu sein, der vielleicht heute unsere Nähe, unseren Beistand braucht. Amen

Wir schließen den Impuls erneut ab mit einem Segen:

 

 

 



(Foto: Lindner/Privat)

Dienstag 23. März 2021 – „Sehenswürdigkeiten“

Gestern sind wir in die virtuelle Pilgerwoche gestartet. Und zumeist hat jeder eine Erwartung oder ein Highlight auf dem Weg. Wenn wir pilgern, sind es Sehenswürdigkeiten, wie z.B. eine Kirche, ein Brunnen, eine Burg oder ein Denkmal, an denen wir vorbeikommen. Und wie oft hätten wir nicht gerne den Generalschlüssel, um hinter die Fassaden blicken zu können. Zudem findet jeder auf seinem Weg auch seine persönlichen Sehenswürdigkeiten, die für alle anderen gar nicht so wichtig erscheinen. Dies können Dinge oder Personen sein, denen nur wir unsere Aufmerksamkeit widmen. Sie sind würdig, von uns gesehen zu werden. Wir richten unser besonderes Augenmerk auf sie. Für sie haben wir den Schlüssel gefunden oder wir können durch das Schlüsselloch blicken und entdecken das Sehenswerte dahinter. Und vielleicht sind wir selber ja auch eine Sehenswürdigkeit für andere. Diese haben unsere Highlights entschlüsselt. In seinem Lied „Sehenswürdigkeit“ beschreibt Samuel Harfst genau so eine Situation: „Auch wenn kein Reiseführer von dir weiß, bist du meine kleine Sehenswürdigkeit. Will dich nicht besitzen, könnte ich auch nicht, einfach kurz bestaun’, genau in diesem Licht.“ Und genau in dieses Licht, dass jeden einzelnen von uns nur bestaunen lässt, hat uns Gott gesetzt.

Impulse:
Welche Sache oder Person ist in deinem Leben eine Sehenswürdigkeit? Für wen bist du selbst eine Sehenswürdigkeit? Welches Highlight sollten andere an dir noch als sehenswürdig entschlüsseln?

Gebet:
Gott, du hast uns alle mit unseren Stärken und Schwächen erschaffen. Wir alle sehnen uns nach Geborgenheit und Anerkennung. Hilf uns, dass wir in unserem Gegenüber die Sehenswürdigkeiten entdecken und für sie aufgeschlossen sind. Lass auch andere in und an uns die sehenswerten Seiten entdecken, sodass wir alle gemeinsam staunend in deinem Licht leben können.

Auch heute schließt der Auftakt zur nächsten Etappe mit einem Segen ab:

 

 

 



(Foto: Reichel/Privat)

Montag, der 22. März 2021 – „Schlüsselmomente“

In dieser Woche möchten wir euch wieder zu einer virtuellen Pilgerwoche einladen. Jeden Tag wird es dafür einen Impuls auf der Homepage geben. Als Symbol wird uns durch diese Woche ein Schlüssel begleiten.

Wer kennt sie nicht? Momente im Leben, die als „Schlüsselmomente“ in Erinnerung bleiben. Momente, die ein Leben prägen, ihm vielleicht eine neue Richtung geben, eine Erkenntnis oder Einsicht vermitteln, die alles Weitere prägen wird. Aber vielleicht auch solche, die durch Traurigkeiten führen, durch Krankheit oder eine Krise. Schlüssel (er) öffnen Türen und damit neue Möglichkeiten, aber sie können auch solche (ver) schließen.

Lege dir einen Schlüssel, ein Blatt Papier und einen Stift bereit. Sie sollen dich durch die Woche begleiten. Du kannst dir zu den einzelnen Tagesimpulsen Stichpunkte notieren.

Impulse:
Welche „Tür“ in deinem Leben möchtest du öffnen, schließen?Wofür erhoffst du dir „aufschließende Erkenntnisse“ (Prüfungen, Klausuren, Entscheidungen?) Welcher Schlüssel deines Schlüsselbundes ist dir der wichtigste – und warum?

Gebet:
Gott, jede Sehnsucht ist ein Wunsch nach erfülltem Leben. Du bist der Gott des Lebens. Hilf uns, zu erkennen, wo wir Türen öffnen oder schließen sollten in unserem Leben, um ein Stück weiter auf dem Lebensweg gehen zu können. Gib uns die nötige Einsicht, die Kraft und den Mut dazu. Amen

Zum Abschluss gibt es hier noch einen Segen auf den Weg:

 

Joachim Schindler

Edith-Stein-Schule Erfurt