Auf den Spuren unserer Schulpatronin Edith Stein – Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

Mit zehn bemalten Erinnerungssteinen im Rucksack, ausgesucht von unserer Schulsprecherin unserem unserem Schulsprecher, machte ich mich am 12.10., dem Geburtstag von Edith Stein, auf den Weg, der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu begegnen.
Der erste Eindruck: Was für eine große Anlage! Was für viele Menschen, angemeldete Gruppen, die diesen Ort sehen wollen! Um in das erste Lager zu kommen, wurde unsere Gruppe zunächst durch einen Tunnel geführt, wo Namen der dort ermordeten Menschen zu hören waren. Im Lager angekommen hörte ich viele Informationen zur Entstehung des Lagers, sah viele Häuser-Blöcke, in denen unglaublich viele Menschen leben mussten, sah den „Hungerbunker“, in dem der Hl.Maximilian Kolbe einsaß und hielt Stille der Besinnung an der Mauer, an dem er erschossen wurde.
Mit einem Shuttlebus ging es dann 3 km weiter zum Lager 2 – sehr still war es im Bus! Hier nun der Ort, den ich bislang nur durch viele Bilder kannte: Das Tor, die Eisenbahnschienen, die Rampe und ein riesig großes Lagergebiet, wo heute nur vereinzelt Baracken stehen und viele Steine von gesprengten Häusern liegen. Ich ging in Stille, blickte auf die bemalten Steine in meinen Händen. An der Rampe auf einem später hingestellten Eisenbahnwagon legte ich den ersten Stein ab – hier ist Edith Stein 1942 mit vielen anderen Menschen angekommen. Dann der Platz des Gedenkens. Er wurde gestaltet mit 23 großen Bronzeplatten in verschiedenen Sprachen, um dessen zu gedenken, was hier geschehen und einfach nicht zu begreifen ist! Auch hier legte ich weitere Steine hin. Und an der letzten Station, an den Überresten eines gesprengten Krematoriums fanden die restlichen Steine ihren Platz.
„Du bist stets für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast“ – ja, mich hat die Schwere an diesem Ort sehr berührt, betroffen gemacht, auch verändert. Ich spüre, auch ich trage Verantwortung, dass das Gedenken, dass die Erinnerung bleibt. Ich spüre auch, aus Erinnerung wächst Kraft, Mut sich weiter einzusetzen für Respekt, Achtung und Würde jedes Menschen.
Mit Freude habe ich in der vergangenen Woche den Tisch mit den verbliebenen Erinnerungssteinen in unserer Schule gesehen. Sie sollen alle einen Ort bei uns bekommen, damit wir uns immer wieder gemeinsam erinnern können, was wirklich wichtig und für unsere Schulgemeinschaft bedeutend ist!
„Ich glaube an den Geist, den man im Herzen spürt,
der, überall zugegen, uns Gottes Wege führt.
Er wird die Welt verwandeln und treibt uns weiter an,
in Gottes Sinn zu handeln. Ich glaube daran!“
(Gotteslob Nr. 777, 3. Strophe)
Christiane Hennig-Schönemann
Schulseelsorgerin























Edith-Stein-Schule Erfurt
