Deutliche Botschaften zum Patronatsgottesdienst

Staatlich anerkanntes katholisches Gymnasium mit
staatlich anerkannter katholischer Regelschule

Deutliche Botschaften zum Patronatsgottesdienst

Deutliche Botschaften zum Patronatsgottesdienst

 

 

Der Patronatsgottesdienst zu Ehren Edith Steins am 7. Oktober wird sicher noch eine Weile in Erinnerung bleiben. Beeindruckend war allein die Tatsache, dass mit der gesamten Schulgemeinschaft über 800 meist junge Menschen das große Kirchenschiff des Doms bis auf den letzten Platz gefüllt haben. Die  Bischofsmesse hatte innerhalb ihres festlichen Ablaufs weitere bemerkenswerte Momente zu bieten. So gaben das orch.ESS.ta, der Jugendchor VoicESS, der Oberstufenchor und der Kinderchor emotionale musikalische Impulse, die durch den gesamten Gottesdienst trugen. Auch Joachim an der Orgel animierte die Schulgemeinde wieder kräftig mitzusingen. 
In Erinnerung bleiben wohl auch die einzelnen Aspekte des liturgischen Teils. Zunächst griffen die DUG Kurse noch einmal Episoden aus dem Leben sowie Gedanken von Hanna Herzberg, deren Stolperstein im August in Erfurt gesetzt wurde, und Edith Stein auf. Mit einzelnen szenischen Darstellungen und Sprechchören erinnerten sie daran, wie wichtig Hinsehen, Füreinandereinstehen und Aufstehen gegen menschenverachtendes Verhalten auch in der heutigen Zeit sind.
Der Bischof griff in seiner Predigt diese Gedanken noch einmal auf, als er in Erinnerung an 7. Oktober 2023 die Verfolgung der ehemaligen Jüdin Edith Stein durch die Nazis nicht als einmalige historische Episode religiöser Verfolgung anmahnte, sondern dieses Problem auch auf die Gegenwart bezog und verurteilte. 
Auch einen zweiten Aspekt aus dem Leben Edith Steins nahm der Bischof zum Anlass, einen Auftrag an die heutige Zeit zu formulieren. Die berufliche Diskriminierung, die der promovierten Philosophin an Deutschen Universitäten widerfuhr, sei trotz einiger Verbesserungen weiterhin Anlass, sich für die Rechte von Frauen einzusetzen und dafür zu streiten.  
Besonders der dritte Punkt aus der Predigt hat sicher bei den anwesenden Lehrkräften noch einmal die Motivation für das berufliche Handeln verstärkt. Die stetig neu beginnende pädagogische Arbeit würdigte der Bischof als beispielhafte Umsetzung eines Leitmotivs Edith Steins: „Der Nächste ist nicht der, den ich mag. Er ist ein jeder, der mir nahe kommt – ohne Ausnahme“. 
Den inhaltlichen Rahmen schloss zum Ende des Gottesdienstes unser Schulleiter in seinem Grußwort. Zusammen mit einem großen Dankeschön an den Bischof und alle Beteiligten des Patronatsfestes wies er nochmals darauf hin, dass wir es Hanna Herzberg, Edith Stein und uns selbst schuldig sind, Unrecht, Menschenverachtung und Ausgrenzung niemals zu vergessen. Nie wieder ist jetzt! fängt allerdings im Sinne Edith Steins schon im Schulalltag an, so Dr. Voigt, und bedeutet einander mit Respekt zu begegnen, niemanden vorschnell abzustempeln oder hinschauen, wenn jemand unsere Hilfe braucht.
Zu guter Letzt teilte Frau Hennig-Schönemann noch kleine Steine an die Klassen aus, die sie bis zu den Ferien gestalten konnten. Einige ausgewählte nimmt sie in den Herbstferien mit nach Auschwitz, um sie an der dortigen Gedenkstätte als Zeichen der Verbundenheit mit dem Leben Edith Steins zu platzieren. Die übrigen liegen nunmehr schon sehr dekorativ auf dem Tisch unter der Edith-Stein-Statue im Schulhaus und können sicher auch nach den Ferien noch in Ruhe betrachtet werden.

 

Joachim Schindler

Edith-Stein-Schule Erfurt