Physik-Schüler auf den Spuren kleinster Teilchen

Unsere Reise vom 01.06.2026 – 03.06.2026 begann früh 7:30 Uhr am Hauptbahnhof in Erfurt und sollte uns nach Hamburg bringen. Versammelt hatten sich die Schüler und Lehrer des Physik gAN- und eAN-Kurses. Eine kleine Besonderheit war, dass Schüler des Evangelischen Ratsgymnasiums und der Edith-Stein-Schule sich gemeinsam auf machten. Am ersten Nachmittag in Hamburg gingen wir gemeinsam in einen nahegelegenen Park, um uns auf den Besuch am nächsten Tag im DESY vorzubereiten. Das Thema Kernphysik lag für uns alle schon etwas zurück. Dazu teilten wir uns in drei Gruppen auf und wiederholten wichtige Fachbegriffe mithilfe eines Tabu-Spiels. Im Anschluss führte Herr Brauer ein Kahoot-Quiz durch, bei dem wir unser Wissen überprüfen konnten. Danach stand uns erneut Freizeit zur Verfügung, um Hamburg eigenständig zu erkunden. Den Abend nutzen wir im Außenbereich des Hostels zum gemeinsamen Spielen und Quatschen.
Am Dienstag stand das Highlight unserer Kursfahrt auf dem Programm: der Besuch des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) in Hamburg. Zu Beginn bekamen wir einen interessanten Vortrag, der uns in die Welt der Kern- und Teilchenphysik führte. Dabei lernten wir unter anderem, wie Teilchenbeschleuniger funktionieren und welche Bedeutung sie für die heutige Forschung haben. Anschließend folgte eine Führung über das weitläufige Gelände des Forschungszentrums. Dabei besichtigten wir unter anderem die Halle eines der Teilchenbeschleuniger, von denen es am DESY mehrere gibt. Außerdem konnten wir einige Labore sehen und erhielten spannende Einblicke in die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das absolute Highlight war jedoch der Besuch eines älteren Teilchenbeschleunigers, der sich sechs Stockwerke unter der Erde befindet und seit 2007 nicht mehr in Betrieb ist. Dadurch war es möglich, ihn sogar von innen zu betreten, was bei den aktiven Anlagen aufgrund der hohen Strahlungsbelastung nicht erlaubt wäre. Es war beeindruckend, die riesigen Anlagen einmal aus nächster Nähe zu sehen. Am Ende des Tages besuchten wir noch das Miniatur Wunderland in der Hamburger Speicherstadt. Dort konnten wir zahlreiche detailreiche Modelllandschaften und beeindruckende Miniaturwelten bestaunen. Besonders faszinierend waren die vielen kleinen beweglichen Szenen und die liebevolle Gestaltung der einzelnen Bereiche.
An unserem dritten und letzten Tag in Hamburg konnten wir noch ein zentrales Wahrzeichen Hamburgs von unserer Bucketlist streichen: die Elbphilharmonie. Dort bekamen wir eine Führung mit vielen spannenden Einblicken in das beeindruckende Gebäude mit dem Schwerpunkt Architektur. Von außen erinnert der Backsteinsockel an die frühere Nutzung des Standorts als Speicher für Tabak, Kakao oder Kaffee, während der moderne Glasaufbau, mit einem an Wellen erinnernden Dach, den neuen Teil der Stadt widerspiegelt. Der Bau der Elbphilharmonie war eine große statische Herausforderung, da die Architekten auf sichtbare Stützen in der Fassade verzichten wollten. Vor allem der Konzertsaal im Inneren, das Herzstück der Elbphilharmonie, bringt durch seine spezielle schalldichte Bauweise ein enorme Masse mit sich. Die Wände des kleinen und großen Saals sind speziell geformt, um das Klangerlebnis einmalig zu machen. Für uns Schüler der Physik-Kurse war die konkrete Verknüpfung zwischen Oberflächenstruktur und der Ausbreitung von Schallwellen in einem so großen Raum beeindruckend. Ein kurzer Einblick (besser kurzes Einhören) in eine Probe im großen Konzertsaal machte die besondere Akustik des Saals erlebbar. Weiteres Highlight unserer Führung war das Stadtpanorama, welches wir von der Dachterrasse einer LIP-Lounge sehen konnten. Nach der Führung hatten wir dann noch etwas Freizeit. Wir genossen wir die schöne Atmosphäre an der Alster. Anschließend besuchten wir das St. Nikolai Denkmal, welches eine Ruine und nur noch dessen Turm erhalten ist. Das Museum in den Katakomben zeigt Bilder über die Zerstörung Hamburgs während des Zweiten Weltkriegs. Der Fahrstuhl auf den höchsten Kirchturm Hamburgs bot eine beeindruckende Aussicht über die ganze Stadt. Nach einer kurzen Stärkung ging es dann zurück nach Erfurt, wo wir gegen 22 Uhr ankamen.
Wir möchten uns herzlich bei dem Förderverein des Evangelischen Ratsgymnasiums und dem Förderverein der Edith-Stein-Schule bedanken, die uns die Eintritte zu den Veranstaltungen ermöglichten.
Luise, Hennes, Raphael, Anton, Linus & Paul

























Edith-Stein-Schule Erfurt
