Eine Woche voller Flair

Samstagmorgen im März 2026: Eine aufregende Woche des kulturellen Austauschs geht zu Ende. Die französischen Gäste steigen in den ICE. Au revoir, les amis. A la prochaine fois. Die Türen schließen. Schön war’s! Gestern noch die Abschlussfeier im Foyer unserer Schule. Lachen, Erinnerungsfotos, nette Gespräche unter Freunden, der Rost brennt und alle lassen sich die Köstlichkeiten vom liebevoll vorbereiteten Mitbringbuffet schmecken.
Doch lasst uns die Woche noch einmal revue passieren. So viele bewegende Momente und Erinnerungen, Zeit der Freundschaft und des Austauschs.
Montagnachmittag: Die französische Gäste reisten dieses Jahr erstmals mit dem Zug an: 18 Schülerinnen und Schüler, 3 LehrerInnen, 800 km in 11 Stunden. Alles hat gut geklappt und so konnten die deutschen Gastfamilien ihre Gäste am Nachmittag am Bahnhof in Empfang nehmen. An dieser Stelle wollen wir noch einmal ein großes Dankeschön an die Familien aussprechen, die sich bereit erklärt haben, SchülerInnen aus unserer Partnerschule in Nordfrankreich aufzunehmen.
Dienstag: Es ist schon zur Tradition geworden, dass unser Schulleiter, Herr Dr. Voigt, ein Grußwort an die Projektgruppe richtet. Anschließend ging es auf Entdeckungstour durch unser Schulgebäude. Die Französischlerner aus Klasse 9 hatten die Schulhaustour geplant und sprachlich umgesetzt. Dafür gab es sogar einen Quizbogen, den die Gäste in ihrer Muttersprache ausfüllen sollten. Das Highlight – wie in jedem Jahr – das Vivarium mit all seinen beeindruckenden Tieren, die angefasst und von ganz nah bestaunt werden konnten. Anschließend konnte jeder in einem Kahootspiel sein neues ESS-Wissen unter Beweis stellen. Im Anschluss an diese Orientierungstour durften die französischen Gäste in den Englischunterricht der Klasse 12 gehen. Genau hier wird die Mehrsprachigkeit der gesamten Woche deutlich: wir arbeiten mit den Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch, wobei der Transfer in alle 3 Sprachen stets im Mittelpunkt steht. Dies ermöglicht die aktive Teilnahme eines jeden Projektschülers unabhängig vom Ausgangsniveau seiner fremdsprachlichen Kenntnisse. Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Besuch im Erfurter Landtag, bei dem unserer Gruppe interessante Einblicke in die politische Arbeit in Thüringen geboten wurden. Die Besichtigung des Plenarsaals sollte im Verlauf unserer gemeinsamen Woche noch einmal sehr wichtig werden.
Mittwoch: Wie an jedem Tag der Woche gab es einen Programmpunkt, der Projektzeit heißt. Wir waren in dieser Zeit stets in der deutsch-französischen Projektgruppe unter uns. Zeit zum Rückblick auf den vergangenen Tag, Planung der kommenden Programmpunkte, Fragen beantworten, Sprachtraining,… Am Mittwoch wartete ein ganz besonderer Programmpunkt auf unsere SchülerInnen. Unsere Schule nimmt seit 3 Jahren am 24-stündigen Modellautorennen an der Schule in Frankreich teil. Seit letztem Jahr gibt es in Erfurt an der Regelschule Stotternheim nun auch ein 4-Stundenrennen, das wir aktiv mitgestalten. Damit ist das Modellautoprojekt „24-Stunden-Rennen“ zu einem Schulübergreifenden und internationalen Projekt geworden, was immer mehr SchülerInnen der ESS fasziniert. Im Rahmen unseres Wochenprogramms nutzten wir die Chance, dass Teilnehmer von allen 4 beteiligten Schulen (St Jo Frankreich, RS Stotternheim, GFG Gotha und unsere Schule) zusammen kommen und sich über ihren Fortschritt im Projekt austauschen konnten. Wir freuen uns sehr, dass während der Versammlung auch unser Bischof, Herr Neymeyr, im Rahmen seines jährlichen Schulbesuchs bei uns mit anwesend war. Den Rest des Tages verbrachten wir bei schönstem Sonnenwetter außerhalb der Schule: wir machten uns mit dem Englischkurs Klasse 11 auf Stadterkundungstour und ließen den Tag im Kerzencafé ausklingen.
Donnerstag: Auf nach Berlin in unsere Hauptstadt. Die Anreise im ICE war entspannt, kommunikativ, schnell. Am Hauptbahnhof angekommen suchten wir zuerst das Brandenburger Tor auf – als wichtiges Wahrzeichen für die Wiedervereinigung. Pariser Platz, französische Botschaft und ein bisschen Zeit zur individuellen Erkundung. Danach begann unser Programm im Bundestag. Ein großes Erlebnis für die deutschen und französischen ProjektteilnehmerInnen gleichermaßen. Strenge Sicherheitskontrolle am Einlass, Taschen ablegen, Handys aus und ab jetzt nur noch zuhören, entdecken, beobachten, vergleichen, fragen, Schweigen aushalten, … Unser Besuch in einer Plenarsitzung unseres Bundestag und die anschließende Fragestunde mit dem Abgeordneten Herrn Hose aus Erfurt waren beeindruckende Momente, die vielen noch lange in Erinnerung bleiben werden. Dazu zählt sicher auch unser Restaurantbesuch des Bundestags. Den Ausklang des Tages erlebten wir gemeinsam am Alexanderplatz. Fernsehturm, Weltzeituhr, Straßenmusik, U-Bahn, Abendstimmung, Rathaus,… Ein rundum gelungener Tag und sicher eine weitere Reise mit unseren zukünftigen Projektgruppen wert.
Freitag: Ja, das war dann auch schon der letzte Tag auf dem Programm. Wir hatten im Laufe der Woche Fotos von Erfurt gesammelt, die wir für ein 3-sprachiges Videoprojekt „CitySnaps – Erfurt“ zu einem Film zusammenfließen ließen. Regie und Schnitt des Erfurtvideos lag dabei völlig in den Händen der SchülerInnen, die Spracharbeit war auf verschiedene Arbeitsgruppen aufgeteilt, sodass eine große Zahl von SchülerInnen wirklich aktiv die Verwirklichung des Film-Projektes mitgestalten konnte. Erste Ergebnisse aus dem Film konnten bereits abends zur Abschlussfeier den interessierten Eltern vorgestellt werden. Sie erhielten dabei Einblick in unser vielseitiges Wochenprogramm und konnten mit anderen Eltern und SchülerInnen ins Gespräch kommen. Eine sehr freundschaftliche und angenehme Stimmung breitete sich im Foyer unserer Schule aus. Es duftete nach Grillgut und die entspannte Livemusik am Klavier von unseren ProjektschülerInnen rundete den Abend ab. Abschließend noch auf der Austauschfahne eine Unterschrift setzen, das letzte Gruppenfoto und dann gingen alle wieder auseinander… Erleichtert, zufrieden, mit vielen Eindrücken, erschöpft, interessiert, satt gegessen, mit neuen Freunden und sicher auch ein bisschen traurig, dass die Woche nun schon vorbei war.
Wir danken allen, die sich in der Vorbereitung und Durchführung der Woche mit viel Engagement und Enthusiasmus eingebracht haben. Vielen Dank an alle Gastfamilien, die sich allesamt sehr rührend um die französischen SchülerInnen gekümmert haben. Danke an die SchülerInnen der Projektgruppe, die mit Neugier und Interesse die Woche mit Leben und Liebe gefüllt haben. Es hat uns als Betreuern der beiden Schulen viel Spaß gemacht, die Gruppe zu begleiten und zu beobachten, wie sich jeder individuell mit seinen Stärken in das Kulturaustauschprojekt eingebracht hat. Wir freuen uns schon auf die 4. Edition im kommenden Schuljahr.
Euer Betreuungsteam der ESS + StJo



































Edith-Stein-Schule Erfurt
