Liebe Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen,sehr verehrte Gäste,

aus Anlass des 125. Geburtstages von Edith Stein laden wir Sie recht herzlich ein zum

HERBST-LESE-FEST der Edith-Stein-Schule

am Donnerstag, den 06. Oktober 2016

 

„Singvögel und Raben waren auch nicht mehr da“

Bericht aus dem Zentrum der Atombombenexplosion

 

Shigemi Ideguchi hat den Atombombenabwurf am 6. August 1945 auf Hiroshima aus nur 500 Metern Entfernung erlebt und überlebt. Er hielt seine Erinnerungen in einem Tagebuch fest. 
Der Autor schildert nicht nur die Zerstörung von Gebäuden und Natur, sondern 
auch die Auswirkungen der atomaren Verstrahlung auf Körper und Seelen der 
Opfer.
 Aus Anlass des 70. Jahrestages des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und 
Nagasaki hat die Enkelin des Autors, Rima Ideguchi, unter Mitarbeit ihn Ehemannes Fabian Liedtke das Buch ins Deutsche übertragen.

Angesichts der zähen Verhandlungen über die Eingrenzung der Verbreitung von
 Atomwaffen und nach wie vor in vielen Ländern stattfindender Raketentests ist 
dieses Buch von hoher Aktualität.

 

Programm
16.30 Uhr 
Traditionelles Herbstsingen der 5. Klassen
18.30 Uhr 
Lesung und Musik 
Rima Ideguchi, Fabian Liedtke
„Singvögel und Raben waren auch nicht mehr da
im Anschluss:

Vortrag über die aktuelle Lage in Fukushima und das
 Projekt „Hilfe für Japan 2011″
 Yoko Schlütermann
Mit dem Projekt werden Kinder aus Fukushima unterstützt. Frau Schlütermann ist Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund.

Eintritt frei


Im Rahmen der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, die Bücher
des Autors signieren zu lassen.

Im Foyer ist für herbstliche Gaumenfreuden gesorgt. Am
 Bücherstand des Buchhauses Rose können Sie stöbern, kaufen und 
bestellen.

Ihr Organisationsteam – Herbstlese –

Singvögel und Raben waren auch nicht mehr da

– Ein Zeitzeugenbericht über die Atombombenexplosion von Hiroshima
Von Magdalena Neubig

„Mehrmals hatte ich vor, meine Berichte zu veröffentlichen. Tränen und Schmerz haben mich daran gehindert, weil ich mich jedes Mal an die grausamen Bilder erinnern musste. Ich bin jetzt 70 Jahre alt geworden, und mein Leben wird vielleicht nicht mehr lange dauern. Wenn ich die Augen schließe, wird niemand mehr über diese unmenschlichen Erlebnisse berichten.“
Die unmenschlichen Erlebnisse, von denen Shigemi Ideguchi schreibt, sind der Abwurf der amerikanischen Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima und dessen Folgen. Ideguchi war Offizier in der japanischen Armee und erlebte den Abwurf der Bombe aus unmittelbarer Nähe. Über 70 Jahre ist das jetzt schon her. Was Shigemi Ideguchi von den anderen Opfern unterscheidet, ist, dass er damals seine Beobachtungen und Gefühle in einem Tagebuch festgehalten hat.
Um gegen das Vergessen zu kämpfen, hat er seine Erfahrungen gegen Ende seines Lebens in Japan veröffentlicht.
Seit einem Jahr gibt es nun auch eine deutsche Übersetzung dieses Zeitzeugenberichts. Rima Ideguchi, die Enkelin des Autors, hat mit Hilfe ihres Ehemanns Fabian Liedtke den Text vom Japanischen ins Deutsche übertragen. „Unsere Motivation war vor allem ein ideeller Gedanke, denn wir leben in einer Welt in der es immer noch Atomwaffen gibt, von denen Gefahren ausgehen.“ Der Bericht soll daher keine „rückwärts gerichtete Anklage“ sein, sondern eine Mahnung für die Zukunft. Eine Mahnung in Zeiten, in denen Nordkorea Atomraketen testet und die atomare Katastrophe von Fukushima noch nicht lange her ist.
Obwohl Rima Ideguchi der japanischen Sprache mächtig ist, war es nicht leicht für sie, den Bericht zu übersetzen. Die Gedanken und Konstrukte der japanischen Sprache sind nicht leicht ins Deutsche zu übertragen. Im Japanischen gibt es beispielweise kaum Personalpronomen. Außerdem ist die ursprüngliche Textfassung in einem inzwischen veralteten Japanisch geschrieben. Daher ist das Buch eine Art Familienprojekt geworden. Rima Ideguchi übersetzte, Fabian Liedtke bearbeitete den Text nach und andere Verwandte lasen Probe. So war das Tagebuch innerhalb weniger Monate druckreif.
Nun ermöglicht es Einblicke ins Unvorstellbare, denn Shigemi Ideguchi führt die Leser bis auf 500 Meter heran an die Tragödie von Hiroshima. Das Buch ist dabei aber nicht ein reiner dokumentarischer Bericht. Shigemi Ideguchi hat eine detailgetreue Beschreibung hinterlassen, die eher an ein literarisches Werk als ein gewöhnliches Tagebuch erinnert.
Seit dem das Buch erschienen ist, haben Rima Ideguchi und Fabian Liedtke die Texte schon an den verschiedensten Orten in Deutschland vorgestellt. Die nächste Lesung wird im Rahmen des Herbst-Lese-Festes am 10. Oktober um 18.30 Uhr in der Aula der Edith-Stein-Schule Erfurt stattfinden. Der Eintritt ist frei.
Im Anschluss an die Lesung wird Yoko Schlütermann, Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, einen Vortrag über die aktuelle Lage in Fukushima halten.