Schule

Bildwebearbeit

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Bildwebearbeit an die Edith-Stein-Schule

Pressemitteilung vom 17. Juni 2005:

Später Donnerstagnachmittag in der Schulaula der Edith-Stein-Schule. Kein Schülerlaut dringt mehr durch die Flure, keine Schulklingel ruft zur nächsten Unterrichtsstunde. Nur die zwei kräftigen und sehnigen Hände der Erfurter Künstlerin Ulrike Drasdo glätten fachgerecht drei Überdimensionale und gerade neu aufgehängte Wandbehänge. Über ein Jahr hat Frau Drasdo diese drei Wandbehänge mit feingesponnenem Faden aus Wolle und Acryl am Flachwebstuhl gewebt. Über 40 Modellstudien hat die Künstlerin geschaffen, bis sie sich für diese Farbkomposition und die 3,45x4,10 Meter große Form der Wandbehänge entschieden hat. Viel Kraft hat sie diese Arbeit gekostet, aber gleichzeitig hat sie auch Kraft gewonnen.
Als der Förderverein der Edith-Stein-Schule mir den Auftrag gab, einen Wandbehang für die bislang schmucklose Aula der Schule zu gestalten, habe ich mich intensiv mit dem Leben der Edith Stein auseinandergesetzt. In den Büchern über Edith Stein und in ihren eigenen Texten bin ich einer kraftvollen und für ihre Zeit ungewöhnlichen Frau begegnet, die bis zum Ende ihres Lebens im Konzentrationslager Auschwitz keine Kompromisse eingegangen ist. Diese gefundene Kraft spürt der Betrachter auch in dem intuitiv gestalteten Wandbehang, der mit seinen leuchtenden Farben und Feinschattierungen sowie dem Kreuzsymbol eine tiefenräumliche, meditative Wirkung ausübt. Selbst ein scheinbar ausschließlich vernunftgesteuerter Betrachter, der die sich aus der Kombination von unterschiedlich farbigen Kett- und Schussfäden ergebenden Farbkompositionen zu ergründen sucht, kann zunächst nur die Farben aufnehmen, aber nicht sofort erfassen. Die Frage, ob für die Dreiteilung des Wandbehanges ein Triptychon, ein dreiteiliger Flügelaltar, das Vorbild darstellt, wird von der Künstlerlin mit einem einfachen "Ich weiß es nicht wirklich." beantwortet. Faszinierend der Werdegang der Künstlerin, der alles andere als geradlinig gewesen ist. Begonnen hat die künstlerische Laufbahn der 1951 geborenen Künsterlin mit einem verpassten Zug, der die damals tanzbegeisterte 17 -Jährige zur Ballettaufnahmeprüfung bringen sollte. Als Alternative und nach Umwegen entschloss sie sich zu einer Ausbildung als Arbeitstherapeutin, in der sie ihr besonderes Talent für textiles Gestalten entdeckte, das sie dann in einem erfolgreich absolvierten Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg fortentwickelt hat. Seit 1983 lebt sie meist freischaffend im Erfurter Raum und gestaltet seitdem Wandbehänge für sakrale und profane Räume. So finden sich Werke von ihr in der Wittenberger Stadtkirche, im Arnstädter Herder-Gymnasium sowie im Kirchen- und Gemeindezentrum am Roten Berg.
Am Montag, den 20.06.2005, wurde in einer Feierstunde der Wandbehang, unterstützt vom Förderverein, der Edith-Stein-Schule übergeben. Möge die Bildwebearbeit bei Schülern, Eltern und Lehrern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

(Stefan Borrmann)






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